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»Wir wollen für die Bedürfnisse pflegender Angehöriger öffentlich eintreten um ihre Lebenssituation zu verbessern.«

Pflegende Angehörige - ausgebrannt und chancenlos?

Nach wie vor bleiben pflegende Angehörige unsichtbar und unhörbar. Das liegt einerseits an dem "pflegenden Geschlecht - sprich Frauen", die nach wie vor als Hauptzuständige dafür gesehen werden. Andererseits aber auch an den unzumutbaren Bedingungen. Wer daheim pflegt und betreut verschwindet aus dem Blickfeld einer Gesellschaft.

Die Geschlechtsforscherin Erna Appelt bringt die Zusammenhänge von Frauenarbeit und die ihnen zugedachte Rolle als pflegende Angehörige zur Sprache.

Die Lösungsansätze sind einfach: Frauenarbeit aus alten Mustern befreien, staatliche Verantwortung ausbauen, flächendeckende leistbare Dienstleistungsangebote usw. Der Lösungsansatz hat nur einen - gravierenden - Pferdefuss: eine Gesellschaft, die hofft, dass es "sie nie erwischt" und im Notfall auf die Frau daheim zurückgreift, wird nicht auf die Barrikaden steigen und Forderungen für die Betroffenen stellen.

Dass 60 Prozent der pflegenden Angehörigen - also Frauen - bereits an einem Burn-out leiden, scheint keine Rolle zu spielen. Die entstehenden Kosten für die Behandlung von Erschöpfungskrankheiten durch Pflege und Betreuung sind hochgerechnet weitaus höher als jedes Entlastungsangebot für pflegende Angehörige. Eine Gesundheits- und Sozialpolitik, die sich dafür nicht verantwortlich sieht, verdient ihren Namen nicht.

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