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»Unterstützung in Form von ganzheitlicher Begleitung, Therapie, Training oder Kurangeboten ist dringend notwendig.«

Internationale Tagung zum Thema Langzeitpflege in Brüssel


Frank Goodwin ist Präsident der European Association working for carers EUROCARERS. Im Mittelpunkt seiner Präsentation standen Fragen zur Verbesserung der Qualität und zur Sicherstellung des Zugangs zur Pflege zu Hause.
Ziel von EUROCARERS, einer Organisation, der zurzeit 60 Mitglieder in 26 EU-Staaten angehören ist es, Fragen der informellen Pflege durch Erarbeitung und Publikmachen von Sachinformationen vermehrt ins Bewusstsein von Gesellschaft und Politik zu bringen.
Innerhalb der EU werden 80% aller Betreungszeiten durch informelle Pflegeleistungen erbracht. Es gibt über 19 Millionen Pflegende Angehörige, von denen mehr als 9,6 Millionen ca. 35 Stunden pro Woche betreuen. Es besteht allerdings ein gravierender Mangel an zuverlässigen Daten.
Der Vortragende hat am Beispiel Irland mit einer Bevölkerung von rund 4 Millionen Einwohnern den Wert dieser Pflegeleistung dargestellt: Dort widmen sich fast 200.000 Menschen der Pflege von Angehörigen, das entspricht umgerechnet 4 Milliarden € pro Jahr, bzw. 11 Millionen pro Tag! Ein unglaublicher Wert, sobald man ihn mit 28 EU Mitgliedsstaaten hochrechnet.

Unter den pflegenden Angehörigen finden sich alle Altersstufen von Kindern bis zu betagten Menschen, überwiegend Frauen, viele von ihnen zusätzlich berufstätig. Die größte Gruppe findet sich in der Altersstufe von 40 bis 65 Jahren.
Zu den Betreuten zählen Frauen, Männer und Kinder in allen Altersgruppen, alle mit Langzeitpflegebedarf.
Im Zuge der Verbesserung von Qualität und Sicherstellung von Informellen Pflegedienstleistungen müssten folgende Kriterien besonders berücksichtigt werden:

  • die Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Pflege,
  • die Bedürfnisse von Pflegepersonen,
  • die Art der Pflegedienstleistungen sowie
  • die Förderung der öffentlichen Debatte über die gesellschaftliche Bedeutung der Pflege.

Frank Goodwin fordert einen breiten Konsens betreffend partnerschaftliche Anerkennung informeller Pflege:
Dazu gehören unter anderem die vertragliche Absicherung und eine entsprechende Ausbildung für die betreuenden Angehörigen.

Weitere Aspekte sieht Goodwin in der Einführung von rechtlichen Rahmenbedingungen und verbindlichen Beurteilungskriterien, die die Bedürfnisse von Pflegepersonen definieren.
Das Recht auf Pflege zu Hause müsse analog zur Bereitstellung von Pflegeheimbetreuung sichergestellt werden.
Die daraus abzuleitenden nationalen und EU-weiten Strategien umfassen Themen wie Gesundheit, Soziales, Wohnen, Reisen, Bildung, Finanzen, Technologie und Beschäftigungspolitik und das erforderliche, grenzüberschreitende Vorgehen.

Nähere Informationen zu „Eurocarers“:
*Download > http://www.eurocarers.org/

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