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»Wir wollen für die Bedürfnisse pflegender Angehöriger öffentlich eintreten um ihre Lebenssituation zu verbessern.«

Änderungen im Pflegebereich

2015 bringt auch im Pflegebereich Änderungen:

Für Eltern, die ihre Kinder dauerhaft pflegen müssen, gibt es Verbesserungen. Gleichzeitig wird für alle Pflegebedürftigen der Zugang zu den niedrigen Pflegestufen erschwert. Künftig muss man mehr Pflegebedürftigkeit nachweisen, um in die Stufen 1 und 2 zu kommen.

Durch die Verschärfungen bei den niedrigen Pflegestufen wird es schwieriger, überhaupt ins Pflegegeldsystem hineinzukommen. Denn künftig muss man für die Stufe 1 fünf Stunden mehr Pflegebedarf nachweisen, zehn Stunden mehr sind es bei Stufe 2. Das hat weitreichenden Folgen, sagt Birgit Meinhard-Schiebel von der Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger: "Die Auswirkung, wenn man nicht ins Pflegegeld-System hineinkommt, ist vor allem, dass man auch keine mobilen Dienste in Anspruch nehmen kann." Für betroffene Menschen hieße das, noch eine Möglichkeit weniger der fachlichen Betreuung zu haben.

Und auch die pflegenden Angehörigen sind Leittragende, denn sie müssen sich noch mehr einbringen als das bei Unterstützung durch professionelle Kräfte der Fall wäre. Und gibt es keine Angehörigen, die sich kümmern, dann kann ein verwehrter Zugang ins Pflegesystem auch zu Einsamkeit führen. Es gebe immer mehr Menschen, die alleine zuhause wohnen und pflegebedürftig sind, sagt Meinhard-Schiebel: "Dann haben wir diese Isolation und diese Nicht-Betreuung. Ich habe erst gestern mit einer Frau gesprochen, die gesagt hat, ich habe seit drei Tagen mit keinem Menschen gesprochen."

Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) hat die Verschärfung beim Zugang damit begründet, dass die Ausgaben in der Pflege weiter steigen - zuletzt vor allem bei der 24-Stunden-Betreuung. Diesem Argument kann Meinhard-Schiebel nur wenig abgewinnen. Sie wolle aber nicht dem Sozialministerium die Schuld in die Schuhe schieben. "Der Ansatz muss ein anderer sein. Wir müssen uns wirklich überlegen, wie in einem Finanzressort dafür gesorgt wird, dass mit dem Thema Pflege verantwortlich umgegangen wird." Eine Studie habe gezeigt, dass jeder Euro, der in die Pflegebetreuung investiert werde, einen ökonomischen und gesellschaftlichen Wert von 3,7 Euro habe.

Ebenfalls neu im kommenden Jahr ist eine Verbesserung für Eltern, die ihre Kinder pflegen. Bisher waren diese Eltern gegenüber sonstigen pflegenden Angehörigen bei der Pensionsanrechnung benachteiligt. Ihre Pflege war der öffentlichen Hand pro Monat um 500 Euro weniger wert. Das wird von jetzt an bis 2019 in Hunderterer-Schritten angeglichen und pflegende Eltern dürfen so wie andere auch künftig Teilzeit dazuverdienen.

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