Schrift zu klein?
Drücken Sie die Tasten "Strg" und "+" für große Schrift. Mit "Strg" und "-" wird die Schrift kleiner.
Sie sind hier: Home / News / Meldung

»Wir wollen Versorgungslücken identifizieren und für Verbesserungen eintreten.«

12. Mai 2017: Tag der Pflege

Internationaler Tag der Pflege: Die Angehörigen tragen das System

In Österreich werden 84 Prozent aller Pflegegeldbezieher – rund 380.000 Menschen – zu Hause betreut. Ihre Angehörigen sind der größte „Pflegedienst" des Landes und brauchen mehr Unterstützung.

Wien (IG Pflege) – Am 12. Mai ist internationaler Tag der Pflege. Eine gute Gelegenheit um auf die Lebenssituation hunderttausender Österreichinnen und Österreicher aufmerksam zu machen, die Tag für Tag Menschen in ihrem engsten Lebensumfeld betreuen und dabei ihr eigenes Wohl aufs Spiel setzen. Pflegende Angehörige stellen oft ihre eigenen Interessen zurück und versuchen, ohne Hilfe zurecht zu kommen. „Weil viele weniger arbeiten, um pflegen und betreuen zu können, kann das zu einem echten Armutsproblem werden", warnt Birgit Meinhard-Schiebel, Präsidentin der Interessensgemeinschaft pflegender Angehöriger (IG-Pflege). Der gemeinnützige Verein setzt sich für die Interessen pflegender Angehöriger ein. Die meisten von ihnen sind über 60 Jahre alt, es sind aber auch junge Menschen und Kinder darunter.

„Pflegende Angehörige brauchen vor allem einen guten und raschen Zugang zu Unterstützungsangeboten", sagt Meinhard-Schiebel. Die IG-Pflege fordert kostenlose Beratung für sie. „Diese müsste aber bereits im Krankenhaus beginnen, um die häusliche Pflege bestmöglich zu gewährleisten. Dazu gehören auch Entlastungs-Möglichkeiten, um geistige und körperliche Beeinträchtigungen zu vermeiden."

Etwa 62 Prozent der pflegenden Angehörigen empfinden derzeit ihre Verantwortung als psychische Belastung. 47 Prozent machen sich laut Daten des Kompetenzzentrums Qualitätssicherung in der häuslichen Pflege Sorgen oder haben Angst. 44 Prozent gaben an, sich einschränken und auf Dinge verzichten zu müssen. Die Zahl der zu Pflegenden steigt indessen. Die Gruppe der über 80-jährigen wird von 2015 bis 2030 um über 47 Prozent zunehmen. Die Menschen leben länger und leiden oft an mehreren Krankheiten gleichzeitig: Dadurch wird auch der Pflege- und Betreuungsbedarf komplexer.

„Es ist Zeit zu handeln", sagt Meinhard-Schiebel. „Und wer beim Thema Pflege etwas erreichen will, muss bei den pflegenden Angehörigen und Zugehörigen ansetzen, die mehr Unterstützung brauchen. Unsere Aufgabe ist es, überall für sie einzutreten, wo sie es selbst nicht tun können. Die IG-Pflege steht als Anlaufstelle und Lotse durch das System zur Verfügung." Auch das BürgerInnenservice des Sozialministeriums biete wertvolle Hilfe an.

Weitersagen: Facebook Twitter Digg