Neuigkeiten der Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger
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Pflegereform: Teil IIDie umfassende Pflegereform bringt Verbesserungen für den Pflegeberuf, die Pflegeausbildung sowie für Betroffene und deren pflegende Angehörige (inkl. 24-Stunden-Betreuung). Die Pflege und Betreuung von Menschen stellt eine der zentralen Herausforderungen für die Zukunft dar. Mit den 18 Maßnahmen des zweiten Teils der Pflegereform werden die Rahmenbedingungen für jene, die Pflege leisten, verbessert. Hier finden Sie die Maßnahmen, die pflegende Angehörige betreffen:
Personen, die nahe Angehörige pflegen, haben im Jahr 2023 automatisch Anspruch auf 750 Euro – und ab 2024 auf 1.500 Euro Angehörigenbonus, wenn sie sich aufgrund der Pflege in der Pensionsversicherung selbst- bzw. weiterversichert haben. Den Bonus erhalten auf Antrag bei Erfüllung der entsprechenden Voraussetzungen auch andere Angehörige mit geringem Einkommen, beispielsweise Pensionistinnen und Pensionisten. Bezugsberechtigte müssen künftig nicht mehr im gemeinsamen Haushalt mit der pflegebedürftigen Person wohnen. Insgesamt profitieren 80.000 Angehörige von der am 1. Juli startenden Regelung.
Die Pflege-/Familienhospizkarenz gibt Menschen die Möglichkeit, sich für die Pflege oder Begleitung sterbender Angehöriger oder schwersterkrankter Kinder vorübergehend karenzieren zu lassen und berechtigt für den Bezug von Pflegekarenzgeld. Für Arbeitnehmer:innen besteht bereits Rechtsanspruch auf Pflege-/Familienhospizkarenz. Es soll ein Modell entwickelt werden, damit sich künftig auch Selbstständige vorübergehend karenzieren lassen und Pflegekarenzgeld erhalten können.
Nicht nur Erwachsene müssen nach einer schweren Krankheit wieder fit für den Alltag werden. Auch Kinder brauchen nach einer schweren Erkrankung oder einem Unfall oft rehabilitative Unterstützung. Die Beratung und Begleitung von Eltern und Bezugspersonen unterstützt den Therapieerfolg. Mit dem Rechtsanspruch auf Pflegekarenz von insgesamt vier Wochen inklusive Bezug von Pflegekarenzgeld können Eltern bzw. Bezugspersonen einfacher in die Rehabilitation miteinbezogen werden. Dadurch können die Rehabilitationsziele der Kinder meist schneller erreicht werden.
Viele Menschen brauchen aufgrund ihres Alters, einer Krankheit oder Behinderung über längere Zeit Pflege oder Betreuung. Damit Pflegebedürftige und deren Angehörige sich die richtigen Angebote leisten können, gibt es österreichweit finanzielle Unterstützung in Form von Pflegegeld. Der Einsatz von Pflegekräften bei der Pflegegeldbegutachtung im Rahmen von Erhöhungsanträgen haben sich bewährt. Für eine Erstbegutachtung besucht üblicherweise eine Ärztin oder ein Arzt die pflegebedürftige Person zu Hause. Künftig kann diese Aufgabe auch diplomiertes Gesundheits- und Krankenpflegepersonal übernehmen.
Eine Angehörige oder einen Angehörigen zu pflegen, ist psychisch sehr belastend. Oft kommt es zu Stress und Überforderung oder Angst und Sorge darüber, was die Zukunft bringen wird. Im Angehörigengespräch erhält man niederschwellige Aufklärung und Hilfe zur Situationsbewältigung. Künftig erfolgt eine Ausweitung des kostenlosen Angehörigengesprächs von fünf Gesprächstermine auf bis zu 10 Einheiten jährlich.
Um Young Carers besser zu erreichen und auf bestehende Unterstützungs- und Informationsangebote, wie die "YoungCarers Austria App", aufmerksam zu machen, wird eine breite Infokampagne unter Beteiligung aller wichtigen Stakeholder ausgerollt. Damit soll die Sichtbarkeit von Young Carers erhöht werden und Erwachsene (Pädagog:innen, Hausärzt:innnen etc.) für die Situation dieser Kinder sensibilisiert werden.
Die Förderung für 24-Stunden-Betreuung wird bei Beschäftigung von zwei selbständige Personenbetreuer:innen schnellstmöglich, spätestens ab 1. September 2023, von 640 € auf 800 € angehoben (bzw. von 1280 € auf 1.600 € bei zwei unselbstständigen Betreuungspersonen). Hier finden Sie die 18 Maßnahmen im Überblick:
Zur Erinnerung: Hilfe für pflegende Kinder und Jugendliche: App „Young Carers Austria“In Österreich übernehmen rund 42.700 Kinder und Jugendliche – sogenannte Young Carers –regelmäßig und über einen längeren Zeitraum zahlreiche Aufgaben in der Pflege und Betreuung eines Familienmitglieds. Das durchschnittliche Alter der Young Carers liegt bei 12,5 Jahren. In Zusammenarbeit von Sozialministerium und der Fachhochschule Oberösterreich, Campus Hagenberg, wurde die App „YoungCarers Austria" entwickelt, welche 2021 anlässlich des 1. Nationalen „Aktionstages für pflegende Kinder und Jugendliche", veröffentlicht wurde. Sie bietet Informationen und einen Überblick zu Hilfsangeboten in Österreich. Die App „YoungCarers Austria" richtet sich in erster Linie an pflegende Kinder und Jugendliche, spricht aber auch deren familiäres Umfeld, Personen in Lehr- und Pflegeberufen sowie an der Thematik interessierte Menschen an. Weiterführende Informationen und die Möglichkeit zum kostenlosen Download der App: Auf der Homepage des Sozialministeriums für Young Carers werden die Fragen der Kinder und Jugendlichen beantwortet und Hilfe angeboten! Helfen Sie mit bei der Erstellung von Studien1. Im Rahmen eines Masterstudiums der Psychologie an der Universität Wien wird eine Studie zur Vereinbarkeit von informeller Pflege und Erwerbstätigkeit durchgeführt * Download > Teilnehmen 2. Gesucht: Junge Menschen mit Pflegeverantwortung Im Rahmen des FFG geförderten Forschungs-Projekts "Innovationsnetzwerk zur Entlastung pflegender Angehöriger" arbeiten die Projektpartner an digitalen Unterstützungsangeboten. * Download > StudienInfo.pdf Das war unsere Jahreskonferenz 2023Thema: Long Covid und die Auswirkungen auf pflegende Angehörige Hier können Sie Konferenz nachschauen: Das Plaudernetz - einfach mit anderen Menschen plaudern. Eine Initiative der CaritasDas Plaudernetz. Gutes Gespräch, gutes Gefühl. *Du telefonierst zu deinem gewöhnlichen Gesprächstarif innerhalb Österreichs. Telefon: 05 1776 100 Alle Infos dazu:
's Plaudertischerl: Ins Gespräch kommen. Eine Initiative der DiakoniePlaudertischerl für pflegende Angehörige Das Plaudertischerl ist ein Projekt der Diakonie und bringt, in Kooperation mit Gastronomiebetrieben, Pfarrgemeinden und diversen Sozialräumen in Wien und Niederösterreich sowie auch im virtuellen Bereich via Zoom Menschen zusammen, die sich gern mit anderen unterhalten oder jemandem ein offenes Ohr schenken möchten. Alle Infos dazu:
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