Schrift zu klein?
Drücken Sie die Tasten "Strg" und "+" für große Schrift. Mit "Strg" und "-" wird die Schrift kleiner.
Sie sind hier: Home / Hintergrund / Daten und Fakten

»Wir brauchen einen Personenlift, um meine Mutti aus dem Bett zu heben. Beim Ansuchen dafür sind wir von Pontius zu Pilatus geschickt worden.«

Daten und Fakten

  • Statistisch gesehen ist jede 4. Familie in Österreich mit der Problematik von Hilfs- oder Pflegebedürftigkeit unmittelbar konfrontiert. (Quelle: ÖBIG, 2005)
  • Der weitaus überwiegende Anteil an Hilfs-, Betreuungs- und Pflegeleistungen wird von Familienangehörigen erbracht. Davon werden zwei Drittel von Frauen übernommen (Quelle: Forschungsbericht des Forschungsinstitutes für Altersökonomie 2007).
  • Die Betreuungsformen der PflegegeldbezieherInnen sehen so aus, dass 29% im eigenen Haushalt leben und durch moblie Dienste unterstützt werden. 16% der BezieherInnen werden stationär in Altenwohn- und Pflegeheimen betreut und 2% der Personen werden in ihrem eigenen Haushalt rund um die Uhr betreut. Jedoch der wesentliche Anteil pflegebedürftiger Personen (53%) nimmt keinen der genannten Betreuungsangebote in Anspruch, hier spielt die informelle Pflege durch An- und Zugehörige eine wichtige Rolle. (Quelle: Pflegevorsorgebericht des BMASK 2011)
  • Aufgrund demografischer Entwicklungen wird sich die Zahl der Hochaltrigen – Menschen mit 80 Jahren und mehr – erhöhen: von derzeit 366.000 auf eine geschätzte Million im Jahr 2050. (Quelle: BMASK).
  • Tendenziell sinkt die Zahl der (potenziell) pflegenden Angehörigen, die heute einen Großteil der Pflegeleistungen übernehmen (steigende Lebenserwartung, sinkende Kinderzahl, räumliche Mobilität). Die Belastungen konzentrieren sich in der Regel auf eine Person – die aber wiederum meist mehreren konkurrierenden Anforderungen ausgesetzt ist (die Berufstätigkeit erfordert zunehmendes Engagement und Flexibilität im Sinne des Arbeitsgebers, die eigene Kernfamilie fordert Aufmerksamkeit und Zeit, die persönliche Weiterentwicklung gehört zum heutigen Selbstbild und braucht ebenfalls Zeit und Energie).
  • Mehr als zwei Drittel der Frauen in Wien sind neben der Tätigkeit als pflegender Angehöriger auch berufstätig. Etwa 86,6% der informell pflegenden berufstätigen Personen sind älter als 40 Jahre. Neben der Erwerbstätigkeit widmen sich die Angehörigen 13 Stunden pro Woche für Pflege und Betreuung der hilfsbedürftigen älteren Personen. In 40% der Fälle wird dabei tägliche Betreuungsarbeit geleistet. (WU Wien – Forschungsinstitut für Altersökonomie, 2009, www) .
  • Seitens Statistik Austria wird bis zum Jahr 2030 die Erwerbsquote von Frauen im Alter zwischen 45 und 64 Jahren um 20% ansteigen (Quelle: 15 Jahre Pflegevorsorge des BMSK 2008).
  • Nicht nur Erwachsene pflegen. Auch Kinder und Jugendliche befinden sich in der Situation einen Elternteil oder einen Bruder/ eine Schwester zu pflegen. Die Zahl der pflegenden Kinder und Jugendlichen,  im Alter von 5-18 Jahren, beträgt 42.700. Das durchschnittliche Alter der pflegenden Kinder, die zu 69,8% weiblich sind, beträgt ca. 12,5 Jahre. (Republik Österreich-Parlament, 2013, www)
  • In der Zeit von 2006 bis 2016 ist die Anzahl der PflegegeldbezieherInnen nach dem Bundespflegegeldgesetz um 35 % gestiegen. (Quelle: Statistik Austria)
  • Mit 31.12.2011 wurden die Landespflegegeldgesetze aufgehoben und die Zuständigkeit von den Bundesländern auf den Bund übertragen. Seit Anfang 2012 umfasst die Zahl der Bezieherinnen und -bezieher von Bundespflegegeld auch jene der bisherigen Landespflegegelder. Im Jahresdurchschnitt 2017 lag die Zahl der Bundespflegegeldbezieherinnen und -bezieher bei 456.650 Personen, der Jahresaufwand für 2017 betrug rd. 2,6 Mrd. Euro. (Quelle: Statistik Austria, 2017)
  • Im Dezember 2016 betrug der Anteil der über 81jährigen unter den BundespflegegeldbezieherInnen 57,61%.
  • Der Großteil der pflegebedürftigen Personen bezieht ein Pflegegeld der unteren Stufen: Ende 2017 entfielen auf die ersten drei Stufen 68% der Pflegegeldbezieherinnen und -bezieher (2001: 73%, 2011: 70%), der Rest auf die vier höheren Stufen. (Quelle: Statistik Austria, 2017).
  • Cirka 55% der PflegegeldbezieherInnen, erhalten ein Brutto-Monatseinkommen von weniger als
    € 860.- (Quelle: Ein Blick 5 Pflege des BMSK, 7. Auflage 2015)
  • 12% gaben in einer Studie zur Situation pflegender Angehöriger an, dass in ihrer ländlichen Umgebung kein mobiler Dienst vor Ort ist, sowie 42% sich finanziell keinen mobilen Dienst leisten können (Quelle: Schneider et al. 2006).
  • Etwa 100.000 ÖsterreicherInnen leiden an einer dementiellen Erkrankung. 2050 wird diese Zahl auf etwa 230.000 angestiegen sein - denn mit dem Alter steigen Inzidenz- und Prävalenzzahlen. (Österreichische Alzheimer Gesellschaft, 2013)

Weitersagen: Facebook Twitter Digg