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»Wir brauchen einen Personenlift, um meine Mutti aus dem Bett zu heben. Beim Ansuchen dafür sind wir von Pontius zu Pilatus geschickt worden.«

Gewalt gegen ältere Frauen einschränken

Coronavirus: Ältere Frauen sind während Pandemie besonders gewaltgefährdet
Das Rote Kreuz warnt davor, dass Demenz und soziale Isolation Risikofaktoren für häusliche Gewalt sind.

Ältere Frauen sind besonders gefährdet, Opfer von Gewalt zu werden. Praxiserfahrungen von Rotkreuz-Mitarbeitern zeigen, dass die Coronavirus-Pandemie die Situation für Betroffene verschärft hat. Demenz und soziale Isolation sind Risikofaktoren für häusliche Gewalt. Das Rote Kreuz forderte gemeinsam mit Experten bei einer Pressekonferenz Ende September n Wien mehr Bewusstsein und mehr Mittel für Prävention.
Viele Übergriffe bleiben unbemerkt, die Dunkelziffer ist laut Experten hoch: "Das Thema wird in seiner Dimension leider immer noch unterschätz", sagte Rotkreuz-Generalsekretär Michael Opriesnig. Es müsse besser hingesehen und Vorkehrungen getroffen werden, die "vulnerable Gruppe" müsse besser geschützt werden, forderte Opriesnig verstärkte Prävention, sowohl bei Mitarbeitern von Pflege- und Sozialdiensten, als auch im Gesundheitswesen.
Außerdem müsse mehr Forschung durchgeführt werden, "weder auf europäischer, noch auf nationaler Ebene gibt es ausreichend repräsentative Daten", kritisierte der Generalsekretär. Das Rote Kreuz startet nun ein gefördertes Projekt zum Thema, um ältere Frauen zu stärken.

Projekt „EmPreV" - Empowerment of older women – Preventing violence by challenging social norms in Serbia and Austria
Seit Herbst 2019 läuft das auf zwei Jahre ausgerichtete Projekt "EmPreV". Es geht um Gewaltprävention bei älteren Frauen in Serbien und Österreich. Das Projekt zielt auf eine Veränderung sozialer Normen, Haltungen und Verhaltensmuster ab, welche bei gender-basierter Gewalt gegen ältere Frauen eine Rolle spielen.

Zielgruppen sind ältere Frauen (mit oder ohne Pflegebedarf), Berufsgruppen, welche mit (potenziell) von Gewalt betroffenen älteren Frauen zu tun haben (insbesondere hinsichtlich Aufdeckung und Meldung von Gewaltfällen) sowie die allgemeine Öffentlichkeit bzw. politische Entscheidungsträger.

Es geht um Sensibilisierung, um Aufklärung insbesondere der älteren Frauen selbst über ihre Rechte, um Information über Hilfsangebote und Wissen um das Prozedere bei der Meldung (insbesondere auch für Berufsgruppen). Darüber hinaus soll durch entsprechende Maßnahmen die allgemeine Öffentlichkeit auf das gesamtgesellschaftliche Problemfeld Gewalt gegen ältere Menschen aufmerksam gemacht werden.

Projektpartner sind neben dem ÖRK das Rote Kreuz in Serbien sowie das Institut für Konfliktforschung in Wien.

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